Sind wir alle gleich? Klassenprojekttage für Vielfalt und gegen Diskriminierung in Schule und Beruf

Obwohl wir ständig von Forderungen nach Toleranz, Respekt oder Anerkennung gegenüber Menschen anderen Geschlechts, anderer sexueller Orientierung, Religion, kultureller Prägung, Lebensweisen etc. umgeben sind, ist der alltägliche Umgang dennoch häufig von gegenseitigen Vorurteilen, Ausgrenzung und Diskriminierung geprägt.
In interaktiven Übungen, Filmbeiträgen und moderierten Gesprächsrunden werden Ursachen und Erscheinungsformen von Diskriminierung thematisiert. Die Teilnehmenden werden angeregt, eigene Positionierungen zu reflektieren und im Sinne einer vorurteilsbewussten Haltung, die ohne die Abwertung anderer auskommt, weiterzuentwickeln. Damit leistet der Projekttag einen wichtigen Beitrag zur Förderung einer demokratischen und Vielfalt wertschätzenden Schulkultur.

Der Klassenprojekttag ist modular aufgebaut. Je nach Interessenlage können folgende inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden:

Modul: Diskriminierung in Ausbildung und Beruf

In diesem Modul liegt der Schwerpunkt auf den verschiedenen Diskriminierungsmerkmalen, z. B. Geschlecht, sexuelle Orientierung, Religion, Hautfarbe, soziale Herkunft, Alter oder Behinderung.

Zum einen befassen wir uns mit uns selbst und schauen, wie unsere je unterschiedlichen Positionen in der Gesellschaft, in der wir leben, aussehen: Wer bin ich? Was macht mich zu dem Menschen, der ich bin? Wie werde ich von anderen Menschen wahrgenommen? Wie möchte ich aber gerne wahrgenommen werden? Zum anderen kommen unsere (Vor-)Urteile und stereotypen Vorstellungen von Menschen, die irgendwie „anders“ erscheinen, zur Sprache: Haben alle Menschen Vorurteile? Warum haben wir Vorurteile? Und wie können wir dazu beitragen, bewusster mit unseren Vorurteilen umzugehen?

Gemeinsam mit den Teilnehmenden möchten wir überlegen, wie wir uns ein Miteinander wünschen, wo vielleicht auch gesellschaftliche und persönliche Grenzen der Anerkennung und Akzeptanz liegen und warum das möglicherweise so ist. Ganz konkret werden wir erarbeiten, wie in Ausbildung und im Beruf diskriminierendem Verhalten begegnet werden kann. Die Grundlage dafür bietet das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.

Modul: Flucht und Asyl

Das Modul „Flucht und Asyl“ dient der vertieften Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex der freiwilligen und unfreiwilligen Migration sowie grundlegenden Aspekten des deutschen Asylrechts.

Dabei werden sowohl stereotype Bilder von „Flüchtlingen“ hinterfragt als auch die eigene Position zum Thema in Abgrenzung zu rechtspopulistischen Forderungen geschärft.

Das Modul soll grundsätzliche Begriffe klären, Fluchtursachen aufzeigen und die Frage nach der gesellschaftlichen Anerkennung dieser Ursachen stellen sowie die Frage nach medial vermittelten Bildern im migrationspolitischen Diskurs näher beleuchten.
Ziel ist die Beschäftigung mit dem komplexen Themenfeld der Migration unter Einbezug unterschiedlicher Sichtweisen und Erfahrungen.

Modul: Umgang mit Islamfeindlichkeit und anderen Formen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Kontroverse gesellschaftliche Debatten sind lebendiger Ausdruck unserer Demokratie. Diese sind besonders polarisiert, wenn sie im Zusammenhang mit „dem Islam“ bzw. „den Muslimen“ in Deutschland stehen. Wenn mit Auszubildenden und Schüler/innen beispielsweise über „Moscheebauten“, das „Tragen des Kopftuchs“ oder „syrische Flüchtlinge“ gesprochen wird, entstehen häufig sehr hitzige Diskussionen, in denen nicht selten menschenfeindliche Vorurteile und Stereotype reproduziert und demokratische Grundwerte in Frage gestellt werden. Die Diskussionen sind gleichermaßen Herausforderung und Chance, mit Schüler/innen und Auszubildenden über grundsätzliche Fragen des Zusammenlebens in einer zunehmend vielfältiger werdenden Gesellschaft ins Gespräch zu kommen.

In methodisch angeleiteten Übungen, kurzen Filmbeiträgen und moderierten Klassengesprächen werden populäre Vorurteile und Stereotype über den Islam und Muslime bearbeitet und aktuelle gesellschaftliche Konfliktthemen aufgegriffen.

uhrDauer: In der Regel 5 – 6 Std.